Sonntag, 31. Oktober 2021

 

Stockfotos Mäuse Bilder, Stockfotografie Mäuse - lizenzfreie Fotos |  Depositphotos  Die Maus muss raus!


Als Biologin liebe ich Tiere (versteht sich). Ich habe auch keine Angst vor Spinnen oder Schlangen und Mäuse finde ich allerliebst – nur nicht im eigenen Haus!

Schon vor Wochen bemerkte ich einen angenagten Apfel im Keller. Ich dachte mir nicht viel dabei, denn es könnte ja auch sein, dass der Apfel beim Ausladen des Einkaufs runterrollte und erst am nächsten Tag gefunden wurde? Letzte Woche hatte ich dann aber den Beweis, denn der Sack in dem sich das vom Vorjahr übriggebliebene Vogelfutter befand, war angenagt und Kot fand ich auch.

S-O-S da musste etwas geschehen! Aber was?

Noch am gleichen Tag fuhr ich zum nächsten Baumarkt und besorgte eine Mausefalle. Eine „normale“ Falle kam natürlich nicht infrage, denn mein Enkel kam übers Wochenende. Also besorgte ich eine, nein zwei Lebendfallen. Sicher ist sicher!

Ich bestückte diese mit Käse und platzierte sie an einer Stelle wo ich annehmen konnte, dass die Maus auch sicher vorbeikommen würde. Nun war Warten angesagt.

Aber am nächsten Morgen war der Käse zwar angeknabbert und die Falle war zu, aber leer! Schlau und geschickt war sie diese Maus! Aber trotzdem, 

die Maus muss raus!

  

Zwei Tage passierte nichts. Aber am späten Nachmittag des dritten Tages, es war schon finster, da war die Maus gefangen. 

 


Eigentlich ein total entzückendes Wesen: schwarze Knopfaugen, spitze Schnauze mit rosa Näschen, kleine runde Ohren, graubraunes Fell mit einer hellen Unterseite am Bauch. 

Und jetzt? Wo setzen wir sie aus? „Auf keinen Falle dort wo eine Katze ist“ meinte mein Sohn. Ich bestand auf eine Selle wo sie nicht gleich wieder in ein Haus laufen kann. Also kam nur eine Stelle infrage. Über den Bach, zum nahen Waldrand. Gesagt, getan. Dorthin wurde sie mit dem Käfig gebracht.

Als sich das Türchen öffnete zögerte sie noch kurz und verschwand dann im Unterholz.

 

Ich gebe zu, ab und zu muss ich noch an die Maus denken. So warm und gemütlich wie in unserer Garage hat sie es nun nicht mehr. Aber trotzdem,

die Maus muss raus!

 

(Foto oben bei der Überschrift ist von Stockfotos.de)

Mittwoch, 27. Oktober 2021

 Alles hat seine Stunde
 


Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:

eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben,

eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen,

eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen,

eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen,

eine Zeit für die Klagen und eine Zeit für den Tanz;

eine Zeit zum Steinewerfen (z.B. in ein Wasser) und eine Zeit zum Steinesammeln,

eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,

eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren,

eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen,

eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen,

eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden,

eine Zeit für die Arbeit und eine Zeit zum Ausruhen, 

eine Zeit zum Lieben -

eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden.

                                (Buch Kohelet, Kapitel 3.1 – 3.8, leicht verändert)

 

Ich mag diesen Text! Er beschreibt die vielen Facetten des Lebens. Vieles davon habe auch ich in meinen 70 Lebensjahren erfahren und erlebt.

70 Jahre! So fühlt sich zeitweise aber nur mein Körper an. Mein Geist ist noch viel jünger. Der hat noch viele Wünsche, Ideen und Vorhaben.

Hoffentlich ist dafür noch viel Zeit!

Sonntag, 3. Oktober 2021

 

Kurbericht 2. Teil: 

 


Mein Mann hatte in seinem bisherigen Leben schon eine Herz- und drei (!) Hüftoperationen. Und nach jeder OP durfte er auf Reha fahren. Wenn ich auch nicht bei jeder Reha mit dabei war, so durfte ich ihn doch besuchen und wusste daher, wie es auf einer Reha-Klinik aussieht und zugeht. Die Häuser sind meist weitläufig und in mehrere Trakte unterteilt und das Zurechtfinden bzw. das Hinfinden zum Therapieraum ist anfangs nicht immer leicht.

Die Umstände unseres jetzigen Aufenthaltes sind insofern anders, als wir beide (!) Behandlungen erhalten, oft gleichzeitig, aber andere an anderen Orten. Hier gibt es ein Buddy-Hol-und-Bring-System, das mein Mann in Anspruch nimmt…. daher sind wir in der Klinik untergebracht und nicht im Kurhotel.

Die Vor- und Nachteile einer Kur in Corona-Zeiten habe ich ja schon am 20. Sept. beschrieben. Heute möchte ich über eine Beobachtung erzählen, die mich nachdenklich machte:

„Unser“ Speisesaal ist groß, hoch, die Tische ohne Tischtuch, ohne Mitteldecke, ohne Tischdeko (siehe Bild oben). Einzelpersonen sitzen einzeln an einem Tisch oder wenn zwei Personen an einem größeren Tisch sitzen, dann 2m voneinander entfernt. Eine Konversation ist daher sehr schwierig und es herrscht in diesem Speisesaal meist Stille. Wenn gesprochen wird dann leise.

Aber gleich nebenan gibt es noch einen Speisesaal. Dieser gehört zu einem anderen Trakt des Hauses, der sich Gartenvilla nennt. Was mir auffiel war, dass ich angeregte laute Gespräche bis heraus auf den Gang hörte. Das machte mich neugierig und ich warf einen Blick hinein:

Und da sah ich Tische mit einem roten Tischläufer und einer Vase mit einer Blume in der Mitte des Tisches!

Ich überlegte:

Welchen Einfluss hat die Umgebung oder das Ambiente auf das Verhalten der Menschen? Und hat es womöglich auch einen Einfluss auf das Wohlbefinden bzw. das Wohlbefinden auf den Genesungsfortschritt oder Kurerfolg? Die Corona-Regeln, bzw. die Abstände zwischen den Leuten gelten nämlich auch in diesem Speisesaal.

Es sind vielleicht „nur“ Kleinigkeiten. Aber manchmal liegt es genau an Kleinigkeiten, die etwas bewirken können. Oder?

 

P.S.: Ich habe mich erkundigt. Tischtücher gab es im Speisesaal der Klinik auch vor Corona nicht. Und zwar aus Sicherheitsgründen. Hier sind viele gehbehinderte Leute, auch mit Rollator oder Rollstuhl. Tischtücher oder Ähnliches wären hier hinderlich, wure ich informiert.

OK, aber meine Frage welchen Einfluss der Wohlfühlcharakter auf das Verhalten oder Therapieerfolg hat, möchte ich trotzdem stellen.