Donnerstag, 23. Dezember 2021

 Hoffnung

foto von pixabay 


In den letzten Tagen fallen mir laufend Gedichtanfänge ein. Gedichte, die ich vor langer Zeit in der Schule lernte. Neugierig beginne ich dann zu googeln. . . und bekomme die meisten wieder zusammen, bzw. bis zu Ende. Eines davon scheint mir für diese Zeit und als Weihnachtsgruß besonders passend:

Emanuel Geibel (1815-1884)

Hoffnung

Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muß d o c h Frühling werden.

Und drängen die Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht
Kommt doch der Lenz gegangen.

Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möchte vor Lust vergehen.

Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und läßt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren.

Drum still! Und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden;
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll' auf Erden,
Nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muß d o c h Frühling werden..

 

In diesem Sinne wünsche ich allen die mich kennen und die meinen Blog lesen

Frohe Weihnachten!

Dienstag, 7. Dezember 2021

 

Die Korrespondenz mit dem Christkind

Die Vorweihnachtszeit hat etwas Besonderes. Nicht nur dass das Haus oder die Wohnung fast jeden Tag nach Bäckereien oder gebratenen Äpfeln oder Maroni duftet, es liegt so eine ganz bestimmte Spannung in der Luft. Da wird mit Kindern gebastelt, Geschichten erzählt oder vorgelesen und, man macht sich Gedanken über Geschenke.

Für unsere Kinder begann ja die Adventzeit bereits zu Martini. Jedes Jahr, rund um den 11. November, fuhren wir nämlich nach Innermanzing (NÖ).

Mein Mann verbrachte als Kind in dort, in einem Gasthof oft seine Ferien mit Tante und Onkel. Und so wurde es für uns mit den Jahren so Brauch, dort das Martinigansl zu essen. Anschließend folgte dann ein Spaziergang, bei dem die Kinder Mistelzweige, Bockerln, Eichelkappen und verschiedenes Naturmaterial sammelten, um zuhause daraus etwas zu basteln. Meistens fanden wir auch Tannen- oder Fichtenzweige. Damit wurde dann das Puppenhaus und unsere Wohnung schon vorweihnachtlich geschmückt. 

Am 1. Dezember wurde dann der Wunschzettel, bzw. der Brief an das Christkind geschrieben und am gleichen Abend noch auf das Fensterbrett gelegt. Und siehe da, am nächsten Morgen war der Brief weg und es lag ein Christbaumanhänger aus Schokolade genau an der Stelle, wo am Vorabend der Brief lag. Das war eine Aufregung! Und weil das so gut geklappt hat mit der Abholung des Wunschzettels, wurde am nächsten Tag wieder ein Brief geschrieben. Nun waren die Kinder damals ja noch im Vorschulalter und konnten noch nicht schreiben. Daher wurde gezeichnet und gemalt.

Am nächsten Morgen war der Tausch wieder gelungen! Wieder lagen ein oder zwei Christbaumstückerln auf dem Fensterbrett, je nachdem wie viele Zeichnungen an das Christkind geschickt wurden. Ja und so ging es von nun an jeden Tag. Es war ein reger Briefverkehr zwischen den Kindern und dem Christkind. Mit der Zeit wurde es aber auch für das Christkind immer schwieriger neue Christbaumstückerln zu organisieren.

Aber nicht dass ihr glaubt, die Kinder haben die Schokolade gegessen. Nein, sie wurden in einer Dose gesammelt. Da kam doch etlicher Behang zusammen! Am Abend des 23. Dezember wurde dann die volle Dosen zum Fenster gestellt und oh Wunder! Am 24. Dezember hingen dann alle auf dem Christbaum!

 

Diesen Brauch haben sich unsere Kinder lange erhalten! Selbst als sie schon zur Schule gingen, wurde das mit Eifer praktiziert. Heute haben sie selbst Kinder. Ist es nicht auch für uns Erwachsene immer noch schön und spannend die Vorweihnachtszeit mit Kinderaugen zu betrachten und liebgewordene Gewohnheiten zu pflegen?



Sonntag, 28. November 2021

 

Leben ist Veränderung – 

 


aber manchmal möchte man, dass alles 

so bleibt wie es ist!

Ich habe ja schon öfter in meinen Beiträgen erwähnt, dass die Natur ein offenes System ist, das sich bis zu einem gewissen Grad Veränderungen anpassen kann. Da wir Menschen, auch wenn es nicht immer so scheint, auch zu dieser belebten Natur gehören, wäre der Umstand, dass auch wir uns den geänderten Umständen anpassen können, tröstlich.

Aber ehrlich gesagt, manchmal will man, dass alles so bleibt wie es ist!

Dazu zwei Beispiele:

Der Sommer war schön und man konnte sich arrangieren. Die Testungen wurden zur Routine und wir konnten Freunde oder Familie treffen. Ja sogar ein Urlaub war unter diesen Umständen möglich. Zwar nicht so weit wie früher, aber immerhin war es ein Tapetenwechsel. Auch der Einkaufsbummel mit Maske konnte stattfinden. Ein Hauch von Normalität! Ein Hauch von früher!

Aber dann, kaum war der August vorbei, stiegen wieder die Infektionszahlen und nun sitzen wir abermals daheim im Lockdown.  Die Aussichten sind nicht rosig, denn jetzt ist schon die nächste COVID-Mutationsvariante  im Anmarsch! Und wir werden es nicht verhindern können, so wie wir auch die Globalisierung aller vorhergehenden Varianten nicht verhindern konnten.

Das Leben hat sich verändert und wir, nein ICH habe mich verändert. Kein Theater, kein Konzert, keine Freundestreffen, . . . Es findet eine Reduktion auf das Wesentliche statt. Wie gut, wenn man einen Garten hat oder Spaziergänge in der näheren Umgebung machen kann. Man reduziert sich auf sich selbst und macht es sich zu Hause gemütlich.

 

Das zweite Beispiel betrifft die nähere Umgebung unseres Gartens. Auch dort sollen massive Einschnitte und Veränderungen geplant sein. Für einen kleinen, unscheinbaren Bach soll ein riesiges Rückhaltebecken mit einer 13m hohen Staumauer errichtet werden. Immense Erdbewegungen würden erfolgen, Lebensraum vieler Tiere ginge verloren. Das tut weh!

Noch ist nichts Näheres bekannt, es wurden keine Informationen von den offiziellen Stellen an uns Anrainer herangetragen. Trotzdem heißt es, dass der Baubeginn bald erfolgen soll. Das wäre keine Veränderung, nein, das wäre eine Zerstörung – und da ist auch keine Anpassung möglich!

Montag, 8. November 2021

Filmprojektor - Illustrationen und Vektorgrafiken - iStock 

 

 

Die Stadtmaus und die Feldmaus

 

 

 

 

 

 

Die Maus beschäftigte mich noch mehrere Tage. Vor allem ist mir in diesem Zusammenhang eine Begebenheit meiner Kindheit, genauer gesagt während meiner Volksschulzeit wieder eingefallen.

Damals, Ende der Fünfziger und Anfang der Sechziger-Jahre, gab es ja noch keine Videorekorder oder YouTube. Es gab auch keine Fernseher in der Schule. Es gab Schmalfilme auf großen Filmrollen, die in einen Projektor eingespannt und surrend abgespielt wurden.

Einen „Lehrfilm“ gab es damals, der uns Schülerinnen besonders gefiel. Es war ein Puppentrickfilm und handelte von einer Stadt- und einer Landmaus, die sich gegenseitig besuchten. Die Stadtmaus wollte die Landmaus vom guten Lebensstil und Nahrungsangebot der Stadt überzeugen. Aber die Stadt barg Gefahren mit denen die Landmaus nicht gerechnet hatte. Umgekehrt war es genauso. Auch die Stadtmaus fand sich auf dem Lande nur schwer zurecht. Eine wie die andere war an ihren Lebensraum so gut angepasst, dass sie diesen am Ende doch nicht verlassen wollte.

Die Handlung ist übrigens einer Fabel von Martin Luther entnommen, die ihr unter folgendem Link nachlesen könnt:

https://www.deutschland-lese.de/streifzuege/fabeln/martin-luther/stadtmaus-und-feldmaus/

 

Aber wie unterscheiden sich die beiden Arten wirklich voneinander?

                                 Die Stadt- oder Hausmaus –

. . . ist ein Kulturfolger, Allesfresser und vorwiegend nachtaktiv.

Sie werden 6 – 9 cm lang und der Schwanz ist fast so lange wie der Körper. Das Fell ist oberseitig graubraun, die Unterseite ist deutlich heller. Nach 2 Monaten sind sie bereits geschlechtsreif, haben eine Tragezeit von 21 Tagen und bringen 5 – 15 Junge zur Welt. Die Lebenserwartung ist 1 – 3 Jahre.

Es gibt in Mitteleuropa zwei Unterarten:

Die Westliche (Mus musculus domesticus) – mit braungrauem Fell, undDie Östliche (Mus musculus musculus) – mit grauem Fell.

 


                                         Die Feldmaus –

. . . lebt in Kolonien und in Böden mit kurzer Vegetation und tiefliegendem Grundwasserstand. Darin legt sie ein weit verzweigtes Gangsystem an. Ihre Nahrung ist ausschließlich pflanzlich.

Die Feldmaus ist größer und schwerer als die Hausmaus, sieht aber fast noch niedlicher aus, weil sie kleinere Ohren, kürzere Beine und kürzeren Schwanz hat als die Hausmaus.

Die männlichen Tiere sind Einzelgänger, die weiblichen Tiere bilden mit den Jungen sog. Familienverbände. Alle 2 – 3 Jahre kommt es zu einer Massenvermehrung, die aber am Ende der Saison wieder zusammenbricht (zu geringes Nahrungsangebot und zu großer Feindesdruck).

 

Als Abschluss lade ich euch ein, den schwarz-weiß-Film von damals anzusehen. Ich habe ihn auf Youtube gefunden! Den Link findet ihr nachstehend:

https://www.youtube.com/watch?v=mMAFJ2Oy0_M

Viel Spaß!

Bilder von pixabay und iStock