Donnerstag, 20. Januar 2022


Was wir aus Schulbüchern lernen können:

Teil 1 - Was ist ein Virus?

Über Pflanzen und Tiere gibt es im Moment ja nicht sehr viel zu berichten.Was liegt also näher, als sich einem anderen aktuellen Thema zu widmen. 

Die fünfte Corona-Welle überrollt uns ja gerade und die Impfpflicht kommt. Viele Leute haben immer noch Angst vor der Impfung. Alles Unbekannte kann Angst machen. Ich bin zwar keine Wissenschafterin, aber Basis-Schulwissen kann ich sehr wohl weitergeben. Daher möchte ich versuchen, mit ein bisschen Biologie und Genetik, etwas Licht in die Sache zu bringen, um so meinen Beitrag zu diesem Thema zu leisten:

Abgesehen von den Verschwörungstheorien der Außerirdischen, ist es meist die Angst, dass durch die Einschleusung von Viren-RNA, Veränderungen und Mutationen in unserem menschlichen Körper stattfinden könnten. Daher gilt es, sachlich und möglichst einfach folgende Punkte zu erklären: 

  1. Was ist ein Virus, wie ist er aufgebaut und wie vermehrt er sich?  
  2. Was ist die RNA? Wo und wie entsteht sie und welche Aufgaben erfüllt  sie?  
  3. Die Impfung: Welche Arten von Impfungen gibt es und wie funktioniert die Immunabwehr? Wie funktioniert die Corona-Impfung?    

Beginnen wir bei Punkt 

1. Was ist ein Virus?

 

E. Dorner, BIO LOGISCH, Band 4,2010

Hier ist das Schema eines Grippevirus abgebildet.

Viren können die unterschiedlichsten Formen und Größen aufweisen. Im Wesentlichen bestehen sie aus einer Eiweißkapsel und ihrem Erbgut im Inneren der Kapsel (s.o.). Interessant sind auch die "stachelförmigen Fortsätze der Eiweißkapsel", die "Spikes", auf die wir noch bei der Impfung und Immunantwort zurückkommen werden.

Wichtig ist, dass Viren keine Lebewesen sind, weil sie keinen eigenen Stoffwechsel haben und sich auch nicht selbständig vermehren können. Dazu brauchen sie eine Wirtszelle!
 

Die Vermehrung der Viren:

E. Dorner: BIO LOGISCH, Band 4

Das Virus dringt in die Wirtszelle ein, indem es von der Membrane der Wirtszelle umschlossen wird und befindet sich anfangs in einer Vakuole. Im nächsten Schritt verschmilzt die äußere Eiweishülle mit der Membrane der Vakuole. Diese bricht dann auf und die innere Eiweißkapsel mit dem Virus-Erbgut wird freigesetzt.

E. Dorner: BIO LOGISCH Band 4
 

Nun wird die Erbsubstanz des Virus in die Wirtszelle abgegeben und diese  gezwungen die einzelnen Virenbestandteile herzustellen.

ebenfalls E. Dorner: BIO LOGISCH Bd. 4
 

Die einzelnen Virenbauteile vereinigen sich von selbst zu neuen Viren. Abschließend wird die Membran der Wirtszelle aufgelöst, die neuen Viren werden frei und können neue Wirtszellen befallen.

Im Prinzip gibt es zwei Arten von Viren. Jene, deren Erbmaterial aus DNA besteht und die anderen, die RNA beinhalten. Man spricht dann von sogenannten Retroviren. Das Grippe-Virus ist ein DNA-Virus, das Corona-Virus beinhaltet RNA, ist also ein Retro-Virus. 

Um den Entwicklungszyklus des Corona-Virus zu betrachten, müssen wir uns zuerst den Unterschied zwischen DNA und RNA ansehen. Aber das ist eine andere Geschichte. 

Fortsetzung folgt!

(Titelfoto von Pixabay)

Samstag, 15. Januar 2022

 


Es muss einmal gesagt werden: 

Die Zeiteinteilung hat sich verändert. Wenn man früher über etwas berichtete oder erzählte, dann sagte man meist „Weißt du noch, 2019 da war . . .“ Nun beginnt man die Erzählung mit „Also vor Corona, da. . . “

Es gibt also eine Zeit „vor Corona“ und eine Zeit „seit oder mit Corona“. Leider noch nicht eine Zeit „nach Corona“.

Und niemand hätte geglaubt, dass unsere Lebensumstände nicht von der Impfung, sondern von den Ungeimpften abhängen! Denn solange wir nicht eine Durchimpfungsrate, bzw. eine Immunität unserer Bevölkerung von mind. 90% haben, hat das Virus immer noch einen großen Pool für Mutationen zu neueren Varianten. Ja es kommt noch schlimmer, denn die 90% sollten am Besten global sein. Die Omikron-Variante kam schließlich auch von Südafrika nach Europa und schlüpfte durch jede Grenzschranke hindurch.

Es stimmt zwar, dass die Impfung nicht vor einer Ansteckung hilft, aber vor dem Tod oder Langzeitschäden bewahrt sie schon. Und das ist doch immerhin etwas! Oder nicht?

 

Ich bin Jahrgang 1951 und es war selbstverständlich, dass wir als Kinder gegen Pocken geimpft wurden! Nur so konnte diese Pandemie ausgerottet werden, sodass heute dafür kein Impfzwang mehr ist. Die Impfung gegen Kinderlähmung war ein Segen und wurde jubelnd in den fünfziger Jahren begrüßt! Oder Tuberkulose - meine Kinder wurden nach der Geburt, noch im Spital automatisch geimpft. Mein Enkelsohn erhielt in seinen ersten Lebensjahren viele Impfungen! Auch Sechsfach-Impfungen, damit sein Leben geschützt ist. 

Und nun verhalten sich Erwachsene wie Kinder aus Angst vor einem Stich?

Nur weil sie glauben die Krankheit wird schon nicht so arg sein, oder sie werden verschont bleiben? 

Ja, ich weiß es gibt Leute, die haben einfach Angst vor einer Nadel, bzw. vor einer Spritze. Aber bitte seid offen! Sprecht mit eurem Arzt, lasst euch informieren! Seid offen für Gegenargumente und die Wissenschaft und habt Vertrauen in die Wissenschaft! Wissenschaft heißt zuerst einmal Forschen. Und wenn viele Wissenschaftler an der Lösung eines Problems forschen, kann es schon vorkommen, dass verschiedene Meinungen existieren. 

Aber es spricht doch für unsere demokratische Freiheit, dass auch Wissenschaftler in der Öffentlichkeit ihre Meinung äußern können. Das ist nämlich nicht selbstverständlich wie wir in China zu Beginn der Pandemie gesehen und gehört haben. Auch wenn die Virologen, Genetiker, Mikrobiologen, Systematiker und Mathematiker nicht immer einer Meinung sind, über eines sind sich alle einig: die Impfung schützt vor einem tödlichen Krankheitsverlauf! 

Und das mit der Freiheit wird ohnehin falsch interpretiert. Nicht die Impfung nimmt die Freiheit, sondern

die Impfung gibt die Freiheit!