Samstag, 15. August 2020

 


 
 
 
Die Zeit für mich

 

Energie tanken heißt für mich „zur Ruhe kommen“ und „Zeit mit mir verbringen“. 

Dass das gar nicht so einfach ist, werdet ihr sicher bestätigen können. Zumal wir doch glauben, immer etwas zu erledigen oder noch in Ordnung bringen zu müssen, bevor . . .

Besonders in uns Frauen ist oft der Drang vorhanden, zuerst für andere (Kinder, Mann und übrige Familie) da sein zu müssen, bevor man sich die Zeit nimmt auszuspannen. (In meiner Generation könnte das auch anerzogen sein) Ich weiß noch aus der Zeit meiner Seminartätigkeit, dass viele Frauen sogar ein schlechtes Gewissen hatten „nichts zu tun“. 

Dabei ist das ja nicht wahr! Zum einen dient die Regenerationszeit ja dem eigenen Wohlbefinden. Und wenn es mir gut geht, dann geht es auch meinen Lieben gut. Zum anderen empfinde ich meine Auszeit als äußerst kreativ. Das ist die Zeit zum Nachdenken, zum Beobachten, zum Lesen, zum Hören, zum Sinne üben und schärfen. Ja ist das vielleicht „Nichts tun“? 

Daher möchte ich dich/euch ermutigen sich Zeit zu nehmen.

Vielleicht versuchst du es auch einmal mit einer kurzen Reise zu dir? Dazu suche dir einen Platz wo du dich wohl fühlst. Das kann im Sitzen oder im Stehen sein. Jedenfalls solltest du für ca. 15 Min. ohne Ablenkung sein können.

Stelle oder setze dich bequem und schließe deine Augen. . .

Nun spüre, wie deine Füße fest auf dem Boden stehen. . . spürst du die Schwerkraft, die dich erdet? 

Nun „durchwandere“ deinen Körper von unten nach oben:

Zuerst den Bauch. . . 

lege deine Hände auf den Nabel und spüre deine Mitte. . . 

dann den Magen. . . 

und den Brustbereich. . . beobachte deinen Atem und deinen Brustkorb, der sich bei jedem Atemzug hebt und senkt. . .atme ruhig und gleichmäßig. . . 

mit dem nächsten Atemzug erreichst du deinen Kopf. . .versuche die Gedanken die noch in deinem Kopf sind, nun für einige Minuten bewusst abzulegen. Stell dir vor, hinter dir steht eine Kommode mit großen Laden. Ziehe gedanklich eine Lade heraus und deponiere dort deine Gedanken. Immer wissend, dass du sie jederzeit wieder herausholen könntest. . . 

Genieße nun dieses Gefühl geerdet und frei zu sein, . . .

Nun stell dir vor, mit dem nächstem Atemzug Energie aus dem Boden aufzusaugen und zwar soviel wir für dich gerade nötig ist. . . 

Nimm dieses Gefühl und den Augenblick nochmals bewusst wahr und komme dann mit dem nächsten Atemzug wieder in deine Gegenwart. Spüre deinen Körper, deine Hände,die immer noch auf dem Bauchnabel liegen, spüre deinen Leib und zuletzt deine Fußsohle auf dem Boden. . .

Öffne wieder die Augen, strecke dich, bewege deine Finger und spüre die Energie die du getankt hast.. . . 

Nun bist du wieder bereit für neue Taten!

 

P.S.: ich habe mir eine Stunde Zeit genommen und diesen Artikel verfasst. Auch das war eine Zeit für mich!

Dienstag, 4. August 2020

Das Taubenschwänzchen
der „Kolibri“ unter den Schmetterlingen


Macroglossum stellatarum, so seine zoologische Bezeichnung, gehört zu den Nachtfaltern. In meinem Garten erscheint er am Abend, wenn die Hitze des Sommertages nachlässt und die Blumen wieder im angenehmen Schatten stehen. 

Dann kommt plötzlich, wie aus dem Nichts, ein surrendes Etwas, bleibt wie ein Ufo kurz vor einer Blüte stehen. Blitzschnell wird der Rüssel ausgerollt und in den Kelch der Blüte hineingesteckt – Nektar gesogen – Rüssel wieder eingerollt – und weiter geht es zur nächsten Blüte. Das Ganze geht so schnell vor sich, dass es mit dem freien Auge kaum nachvollziehbar ist. Mit bis zu 80 Flügelschlägen/Sekunde und bis zu 70 km/h saust er geschickt zwischen meinem Phlox umher.

 
Der Rüssel ergibt sich aus den langgezogenen Mundwerkzeugen, die so aneinandergelegt werden, dass sie eine dünne Röhre bilden. Der Nektar steigt dann mittels Kapillareffekt bis zum Rüsselansatz hoch. Ein Saugen ist überflüssig. Das Taubenschwänzchen kann sich diese Kraftanstrengung ersparen. Toll nicht?


Als Nachtfalter ist er farblich unauffällig und im Ruhezustand, wenn er auf einem Ast sitzt, vom Untergrund kaum zu unterscheiden. Nur im Flug sieht man die orangen Hinterflügel. 

Die Flügel der Schmetterlinge sind besonders zart und kompliziert gebaut. Sie bestehen aus ganz feinen Schuppen aus Chitin, die dachziegelartig übereinander liegen und miteinander verbunden sind. Vorder- und Hinterflügel sind zusätzlich miteinander verhakt. Das erleichtert einen koordinierten Flügelschlag. Würde man ihn mit den Fingern auch noch so vorsichtig angreifen, zerstört man dieses Schuppengeflecht und damit auch die Flügel.

Bildquelle: Spiegel.de

Noch besser könnt ihr das bei diesem Link sehen: 
http://www.hydro-kosmos.de/klforsch/schuppen.htm

Eigentlich ist das Taubenschwänzchen ein Einwanderer aus Südeuropa. Dort überwintert er als Falter und tritt im Mai seine Reise in den Norden an. Seine bevorzugten Futterpflanzen sind Blüten mit einem langen Kelch, wie eben der Phlox oder der Schmetterlingsflieder, Verbenen, Ziertabak, u.a.


Seine Eier legt er aber nur am Labkraut ab. Nach 4 Tagen schlüpft eine grüne Raupe mit seitlicher weißer Linie und bedorntem Hinterteil. Die Farbe der Raupen kann von grün bis dunkelbraun variieren. Die Puppe entwickelt sich unter Sträuchern in der Moos- oder Laubschicht.

(Bilder aus Qikipedia)


 

Zum Abschluss noch ein Gedicht von Wilhelm Busch zum Schmunzeln:
 
Sie war ein Blümlein hübsch und fein,
Hell aufgeblüht im Sonnenschein.
Er war ein junger Schmetterling,
Der selig an der Blume hing.
Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm
Und nascht und säuselt da herum.
Oft kroch ein Käfer kribbelkrab
Am hübschen Blümlein auf und ab.
Ach Gott, wie das dem Schmetterling
So schmerzlich durch die Seele ging.
Doch was am meisten ihn entsetzt,
Das Allerschlimmste kam zuletzt
Ein alter Esel fraß die ganze
Von ihm so heiß geliebte Pflanze.