Was Corona aus uns gemacht hat
Fast in jedem Medium wird dieser Tage Resümee
gezogen über 1 Jahr Corona, also will ich es auch tun:
Am 14. März 2020 wurde der erste Lockdown verkündet. Aus einer
dramatischen Rede entwickelte sich eine dramatische Situation: Ausgangssperre,
Hamsterkäufe und es gab kein Toilettenpapier.
Es war fast eine Flucht. Ich packte meinen Mann und alle
unsere Vorräte ins Auto und wir zogen nach NÖ in unser Sommerhaus. Dort wollten
wir die veranschlagten drei Wochen bis zum Ende des ersten Lockdowns verbringen.
Aus drei Wochen wurde inzwischen, mit kurzen Unterbrechungen, ein ganzes Jahr.
Aber das war nur der Beginn von zum Teil einschneidenden Veränderungen:
War es
so, dass ich in den ersten Wochen gar nicht selbst einkaufen ging, sondern
liebe Leute mir die Lebensmittel zur Haustüre stellten, so veränderte sich mein
Einkaufsverhalten überhaupt. Vor Corona kaufte ich gezielt, was ich für ein bis
zwei Tage brauchte. Jetzt gehe ich nur einmal pro Woche einkaufen. Dementsprechend
schaue ich mir das Angebot an und wähle was ich überhaupt brauchen könnte!
Auch
gab es keinen Weihnachtsbummel, denn inzwischen hatten wir schon den zweiten
(oder dritten?) Lockdown. Also bestellte ich heuer die Weihnachtsgeschenke
online und ließ sie meist auch gleich an die Zieladresse liefern.
Es gibt seit
einem Jahr keine Chorprobe mehr, wir gingen seither nur ein einziges Mal ins
Theater (und das war Glück, denn am nächsten Tag begann wieder einmal ein
Lockdown), und an den letzten Heurigenbesuch kann ich mich nicht einmal
erinnern. Auf den Sommerurlaub mit Familie am Meer verzichteten wir ebenfalls.
Unser
Englischkurs wurde zuerst überhaupt abgesagt und seit Herbst auf online
umgestellt. Persönliche (!) Freundestreffen sind Geschichte und auch die
Familientreffen zu Ostern oder Geburtstagsfeiern waren via Skype.
Es war ein
Jahr mit vielen persönlichen Einschränkungen. Das war nicht immer lustig und
leicht. Auch die Zukunft war und ist mehr als unsicher. Computerkenntnisse
wurden immer wichtiger. Ich gestaltete meinen „Blog“, der für mich eine
Verbindung zur „Außenwelt“ darstellt. Das soziale Leben findet inzwischen Großteils im
Internet statt.
Aber zum Glück gehöre ich ja zur „Best Ager-Generation“. Und zum
Glück gehört da auch eine Gruppe von Menschen dazu, die durch diese Situation
näher zusammenrückten:
Johanna weckt uns jeden Tag(!) mit einem schönen Spruch
oder Video und festigt unsere Kenntnisse der englischen Grammatik. Mary erzählt
uns lustige Anekdoten aus ihrem früheren Berufsleben. Theres und Walter berichten
Lustiges und Spannendes von ihren nahen und fernen Urlaubsdestinationen und
versorgen uns mit köstlichem „Gelati“. Ewald kontert meist souverän, cool und
trocken. Angelika ist der positive Ruhepol der Gruppe und Marianne der quirlige
Gruppenmotor mit vielen Ideen. Mein Mann ist eher der stille Genießer und ich für meinen Teil organisiere ein
wöchentliches Zoom-Treffen bei dem wir uns austauschen und viel lachen und Spaß
haben!
Und so sind wir in
diesem Jahr zusammengewachsen, als lustige, bunte, oft auch als mitfühlende Gruppe.
Aber wir sind mehr, wir sind Freunde geworden.
Und wirklich liebe Freunde, ich
weiß nicht wie ich dieses Jahr ohne euch so gut überstanden hätte!